Männer 1 belohnen sich nicht
Die MTG Wangen lieferte am Samstag ihr bestes Auswärtsspiel der Saison gegen den TVS Baden-Baden in der Regionalliga. Im Endspurt um den Klassenerhalt zählen aber nur Punkte.
„Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen, jeder hat brutale taktische Disziplin walten lassen. Wir haben Sandweier ihre Stärken genommen und scheitern am Ende des Tages an ein paar Fehlwürfen und technischen Fehlern zu viel“, bedauerte Wangens Coach Tobias Müller nach dem knappen Endergebnis von 27:29 (15:17) gegen den Tabellendritten der Handball-Regionalliga.
Der TVS Baden-Baden musste sich im Aufstiegsrennen gegen die Allgäuer in der Rheintalhalle strecken und atmete nach der Schlusssirene kräftig durch. „Arbeitssieg nennt man so etwas – zugegebenermaßen gegen einen Kontrahenten, der alles in die Waagschale warf und keineswegs wie ein Absteiger auftrat“, verkündete der TVS auf seiner Homepage.
Zwei Verletzungen und einmal Rot
Es war eine ausgeglichene Partie, die über 60 Minuten alles offenhielt. „Wenn man bedenkt, was für Pech wir hatten, dann ist die Leistung der Jungs noch viel höher einzuschätzen. Manuel Kuhnt, der bis dahin beste Spieler auf beiden Seiten, verletzte sich in der 15. Minute, Mitte zweiter Halbzeit kriegt Michel Fischer die Rote Karte und kurz darauf verletzte sich Fabian Pentzlin“, berichtete Müller, der unter diesen Umständen ohne seinen beiden Kreisläufer kreativ werden musste. „Wir haben in den letzten acht bis zehn Minuten mit Stefan Dohrn im Kreis und in der Abwehr mit Elia Mayer und Stefan Dohrn im Mittelblock gespielt. Das haben wir in dieser Saison noch keine Sekunde so getan. Vor dem Hintergrund ist das Ergebnis noch einmal höher einzuordnen, auch wenn wir uns davon nichts kaufen können.“
Besonders eng wurde es wieder zu Beginn der letzten zwei Minuten, als Yannik Schopp mit seinem Anschlusstreffer auf 26:27 stellte und laut Müller Wangens Verteidigung „genial“ war. „Sandweier hatte Zeitspiel, Eckball und noch einen Pass. Wir pennen eine Sekunde und Sandweier macht das Kempa-Tor. Wir hätten sonst noch 40 Sekunden Zeit im Angriff gehabt.“
Schwäbisch Gmünd holt sich den Titel vorzeitig
Im Kampf um den Klassenerhalt schmerzten die fehlenden Punkte am Samstag noch mehr. Zwei Punkte braucht die MTG noch, um den TV Neuhausen/Erms vom sicheren Platz 13 zu vertreiben. Die Endphase in der vierten Liga lässt sich an Spannung kaum überbieten. Im oberen Tabellenbereich herrscht ein enges Rennen um den Aufstieg, und am anderen Ende bleibt es ein Kampf ums Überleben. Der VfL Waiblingen kann nach den verlorenen Punkten am grünen Tisch gegen Wangen in seiner Englischen Woche wieder aufatmen. Nach der Niederlage am Dienstag gegen die HSG Ostfildern punkteten sie am Samstag überraschend mit 35:28 gegen Tuß Steislingen. Der Klassenverbleib ist damit eingetütet und Müller gratulierte Trainer Tim Baumgart umgehend. Der TSB Schwäbisch Gmünd wurde am Samstag gegen den TV Neuhausen/Erms vorzeitiger Meister in der Regionalliga, während der Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz noch in der heißen Phase steckt.
Vergangenen Samstag waren wir tot, jetzt haben wir wieder Puls, aber es fehlen immer noch die zwei Punkte.MTG Trainer Tobias Müller
Für die Allgäuer bleiben jetzt noch zwei Spieltage, um in der Regionalliga zu überleben. „Vergangenen Samstag waren wir tot, jetzt haben wir wieder Puls, aber es fehlen immer noch die zwei Punkte. Wir sind darauf angewiesen, dass Neuhausen nicht mehr punktet und wir zwei Punkte holen“, so Müller, der den Schwung aus Sandweier mitnehmen will. „Wir müssen Kraft daraus ziehen für die kommenden Spiele. Man hat gesehen, dass es möglich ist. Vielleicht glauben mir jetzt die Jungs, wenn ich sage, dass gegen jeden Gegner was drin ist. Besser, die Erkenntnis kommt spät als nie, dass wir gegen jeden Gegner in der Liga mithalten können.“
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Wenzel, Hommel (alle Tor), Fischer (2 Tore), Pentzlin (4), Schopp (5), Mücke (3), Dohrn (1), E. Mayer (3, 2 Siebenmeter/2 Tore), Natterer (2), Sellschopp (1), L. Maier (2), Kuhnt (1), Vonier, Gapp (3).
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)