M1 ärgern HSG Willstätt/Hanauerland
Nach einer klaren Führung zur Pause, verlieren Wangens Regionalliga-Handballer in Hälfte zwei gegen die HSG Willstätt/Hanauerland. Dennoch gelang ein weiterer wichtiger Schritt.
Die Hölle Süd bebte am Samstag wieder bei voller Kulisse in der Handball-Regionalliga. Das Top-Team von HSG Willstätt/Hanauerland-Trainer Michael Bohn hatte vor allem im ersten Abschnitt mit Problemen zu kämpfen, während die MTG Wangen konzentriert ihre Marschroute durchzog. „Bis zum 7:6 war es noch ganz ordentlich“, meinte Bohn, „aber dann haben wir an Tempo verloren und jeder hatte eine Idee.“ Das war in der 13. Minute. Wangen ging bis zur Pause deutlich mit 15:10 in Führung. „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Jungs“, so MTG-Trainer Tobias Müller, obwohl es am Ende eine 29:31-Niederlage wurde.
Führung zur Halbzeit
„Wir haben eine super erste Hälfte gespielt“, freute sich Marius Mücke, der den Torreigen mit drei Treffern nach dem Anpfiff einleitete und die Wangener damit auf Augenhöhe hielt. Beim Spielstand von 8:8 (17.) unterbrach Müller das Spiel mit Erfolg und seine Jungs drehten so richtig auf. Drei Treffer in Serie durch Spielmacher Elia Mayer und zwei von Stefan Dohrn auf der Außenposition legten den Grundstein für die fünf Tore plus nach Hälfte eins.
Bohn ließ nichts unversucht und setzte in den letzten fünf Minuten vor dem Seitenwechsel auf sieben Feldspieler ohne Torwart – wie auch in Hälfte zwei. Eine Variante, die am Ende aufging. „In Halbzeit eins hatten wir sie so am Rand. Ihnen ist nicht mehr viel eingefallen. Wenn wir es länger geschafft hätten, Sieben-gegen-Sechs gut zu verteidigen, dann hätten sie nicht mehr gewusst, was sie taktisch noch reinwerfen sollen. Das haben wir nicht geschafft. Wir kamen nicht mehr so ins Tempospiel. Eklatanter war, dass wir in Halbzeit zwei zu viele technische Fehler machen und Gegenstöße nicht gut verteidigen“, analysierte Wangens Coach. Das Bohn-Team kämpfte sich zurück, glich in der 46. Minute zum 22:22 aus und lag zu Beginn der Crunchtime mit einem Tor in Front. Die HSG Willstätt/Hanauerland legte weiter zu und ließ Wangen mit vier Toren (58.) Rückstand zurück. Der knappe Endstand war den Treffern von Marius Mücke und Max Weber als Schlusswort zu verdanken.
Positives Fazit
Eine Niederlage, an der Wangens Trainer Positives sieht: „Wir hatten eine Mannschaft, die ganz andere Voraussetzungen hat als wir, am Rande einer Niederlage über 40 bis 45 Minuten. Wir müssen heute nicht als Verlierer vom Platz gehen.“
Dank der zwei Punkte verbesserte sich die HSG auf Platz sechs und kann weiterhin Druck im Rennen um die Spitzenplätze aufbauen. Allerdings gibt es eine Einschränkung – das nächste Heimspiel findet gegen TuS Steißlingen statt, der in einem unglaublichen 49:33-Torspektakel am Samstag die HSG Albstadt vom Thron warf.
Es ist schade, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen.
Michel Fischer, Kreisläufer der MTG Wangen
Die MTG Wangen bleibt vorerst auf dem sicheren 13. Tabellenplatz, denn auch Verfolger TV Neuhausen/Erms blieb auswärts ohne Punkte gegen den HC Neuenbürg. Nach fünf Niederlagen in Folge war die Begegnung mit der HSG für Wangens Handballer unterm Strich positiv: „Es ist schade, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen. Aber gerade gegen eine Mannschaft wie Willstätt, die eine absolute Söldnertruppe ist, ist es eine Riesenmotivation. Wir haben sie gekitzelt und man hat auch im Spiel gemerkt, dass sie sauer wurden“, freute sich Kreisläufer Michel Fischer.
Sonderlob gab es von Wangens Trainer für den Einsatz von Keeper Joachim Neff aus der Reserve. Beim Aufwärmen verletzte sich Julian Wenzel am Finger, und Müller wollte in Absprache mit Physiotherapeutin Anika Hommel nichts riskieren. „Ich bin dann in die Kabine von der zweiten Mannschaft und habe ihn aus der Dusche rausgeholt. Ein fettes Dankeschön.“ So kam Neff unverhofft und spontan, nach dem Sieg der Reserve gegen den TV Weingarten Handball in der Landesliga, auch noch zu einem Einsatz in der vierten Liga.
Für die MTG Wangen spielten: Hölle (1 Tor), Neff (beide Tor); Fischer (3), Pentzlin, Weber (9), Preuschl, Schopp (4), Mücke (5), Dohrn (2), E. Mayer (1, 1 Siebenmeter/kein Tor), Natterer, Sellschopp (2), L. Maier, Kuhnt, Vonier (1), Gapp (1).
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)