M1 - Nächster Herzschlag-Sieg für die MTG

Mit sechs Punkten bleiben die Wangener Handballer am dritten Spieltag der Oberliga ungeschlagen.

600 Zuschauer verwandelten am Samstag die Argenhalle wieder in die Hölle Süd, als Wangens Handballer gegen den TSV Blaustein in der 51. Minute zum ersten Remis in Hälfte zwei aufholten. Die MTG Wangen drehte das Spiel wie schon vergangene Woche gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn erfolgreich in der Crunchtime. Mit 29:27 (13:16) endete die Zitterpartie in der Oberliga am dritten Spieltag mit zwei weiteren Punkten für die Allgäuer. Die Weste blieb weiß und der TSV Blaustein musste sich trotz starken 48 Minuten ohne Zählbares im Gepäck verabschieden.

MTG kann das Spiel erst spät drehen

„Wir wollten die Halle ruhig halten“, bedauerte TSV-Trainer Philipp Frey. „Das ist uns auch über 40 Minuten gelungen, aber dann waren es ein oder zwei Entscheidungen, die die Halle anschwellen ließen.“

Elia Mayer, der den wichtigen Treffer zum 29:27 lieferte, resümierte, „wenn der Gegner emotional schneller in das Spiel reinkommt, was auch eine Einstellungssache ist, wird es gegen jeden Gegner schwieriger.“ In Hälfte eins gingen die Allgäuer nach einem 0:3 zu Beginn auf vergebliche Aufholjagd. Nach fünf Remis traten sie dennoch mit drei Toren Rückstand den Gang in die Kabine an. Im Trainerinterview berichtete Tobias Müller später, dass er laut wurde in der Kabine, aber dem war nicht ganz so. „Ich habe gesagt, Männer so geht’s nicht weiter. Das ist nicht das, was wir können. Wir drücken jetzt den Resetknopf. Wir haben 30 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen. Die Marschrichtung kann nur über eine bessere Abwehr gehen.“

Zu passiv in der Verteidigung

Zunächst änderte sich nicht viel an der Situation, bis in der 49. Minute (23:26) der Knoten platzte. Ein Vier-Tore-Lauf durch Nils Hindelang, Christian Vonier und Phil Kugler brachte Wangen zum ersten Mal mit einem Tor in Front. Blaustein glich aus und ein unglücklicher Siebenmeter von Elia Mayer stellte den Sieg wieder infrage. Noch standen vier Minuten auf der Uhr, als Finn Tobehn der erste Befreiungsschlag zum 28:27 (57.) gelang und Elia Mayer in der letzten Sekunde das 29:27 eintütete.

Noch knapper war es vergangene Woche, als der erste Führungstreffer der MTG Wangen bei der SG Hegensberg-Liebersbronn mit der Schlusssirene das Spiel beendete. Zwei Happy Ends mit der gleichen Problematik im Spiel der Allgäuer. „Zu passiv in der Abwehr. Da hatten wir eigentlich den Fokus draufgelegt“, tadelte Müller und legte nach: „Wir brauchen nicht über Abwehr und Angriff reden bei 14 technischen Fehlern und bei einer Wurfquote die sich von und zu schreibt, vor allem bei den freien Würfen.“ Das meinte Wangens Coach nicht im positiven Sinne.

“Das ist am Ende glücklich, aber nicht unbedingt unverdient.”

MTG-Trainer Tobias Müller (Zitat korrigiert!)

Das Spiel drehte sich am Samstag erst, als die MTG Blaustein vor Aufgaben stellte. „In der zweiten Halbzeit haben wir aktiver verteidigt insbesondere auf den Halbpositionen und hatten auch die drei, vier Paraden und ein bisschen Glück, als Blaustein zu hastig agierte. So kippte das Spiel auf unsere Seite. Das ist am Ende glücklich, aber nicht unbedingt unverdient“, bilanzierte Müller. (Zitat korrigiert!)

Blausteins Trainer nahm nach der dritten Niederlage dennoch positive Aspekte für sein junges, neu formiertes Team aus der Begegnung mit. „Wir sind heute nicht belohnt worden, aber wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Wir haben heute schon mal ein gutes Teilziel erreicht. Aber klar, wir sind enttäuscht, dass wir nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen haben. Die Jungs hätten das verdient.“

Vorbereitung auf Auswärtsspiel beginnt sofort

Der erst 17-jährige Kugler, der Wangen in Führung brachte, bezeichnete das Ergebnis als „okay“, zitierte aber auch Müllers Worte. „Das Glück ist jetzt aufgebraucht, auch schon letzte Woche. Das war auch eine krasse Endphase. Jetzt müssen wir von Anfang an konsequent in jedes Spiel starten, sonst wird es schwer.“

Den Ansatz im Training zur Vorbereitung auf das nächste Auswärtsspiel gegen die HSG Langenau/Elchingen am Samstag (20 Uhr) definierte Wangens Coach unverblümt: „Die Jungs, die zu wenig Gefahr vor dem Tor ausstrahlen, müssen eben die Möglichkeiten annehmen, die es in jedem Training gibt, die Würfe und auch Spielsituationen zu nehmen. Ich will aber nicht alles schlechtreden. Wir stehen 6:0 vorn, aber es greift nicht jedes Rad ins andere.“

Für die MTG Wangen spielten: Hommel, Jaeschke (beide Tor); Weber (2 Tore), Giesen (1), Hindelang (6), Tobehn (2), E. Mayer (5/2 Siebenmeter/1 Tor), Natterer (1), A, Mayer (1), Kuhnt (2), L. Maier, Vonier (4), Gapp (1), Kugler (4).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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