M1 - Handball-Krimi in Esslingen

Mit der Schlusssirene gingen Wangens Oberliga-Handballer zum ersten Mal gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn in Führung. Manuel Kuhnts Tor drehte das Spiel.

Es war ein wilder Ritt am Samstag in der Sporthalle Römerstraße. Die MTG Wangen entschied in der letzten Sekunde die Begegnung mit der SG Hegensberg-Liebersbronn am zweiten Spieltag der Handball-Oberliga mit 29:28 (15:15) wieder für sich. 150 Zuschauern bot die Partie ein spannendes Finale, dass Wangens Trainer Tobias Müller als „glückliches Ende in einem nicht guten Handballspiel“ bezeichnete.

Ein kleines Wunder

Ein bitteres Ergebnis für die SG, die bis zum Abpfiff immer in Führung lag. So auch in der 58. Minute mit 28:27. Manuel Kuhnt vollbrachte mit seinen letzten beiden Treffern das kleine Wunder von Esslingen. „Wir haben vorn alles riskiert für den Ausgleich und sind auf sieben Feldspieler gegangen. Aaron Mayer spielt einen unfassbaren Pass auf Manuel Kuhnt, der den Ball dann als zweiter Kreisläufer reinmacht“, so Müller zum Remis. Die SG verpasste ihre Chance mit einem Wurf aus 15 Metern. „Nils Hindelang blockt den Wurf und Manuel war schon auf dem Weg nach vorn. Nils spielt ihm den Ball zu und er wirft ihn mit der Schlusssirene rein“, berichtete Müller, der lächelnd meinte, „diese Situation brauche er nicht jede Woche“. „Wir haben es über 60 Minuten nicht geschafft, in der Abwehr eine Präsenz an den Tag zu legen, wie die Woche zuvor. Wir haben über 60 Minuten im Angriff gute Entscheidungen getroffen, aber auf der Basis von einer zweistelligen Anzahl an technischen Fehlern und Fehlwürfen - und haben damit den Gegner stark gemacht.“

“Er hat ein sensationelles Spiel gemacht, und das war auch genau das, was wir gebraucht haben.”

MTG-Trainer Tobias Müller über Manuel Kuhnt

Mit insgesamt neun Treffern war Manuel Kuhnt am Samstag der beste Torschütze in der Sporthalle Römerstraße. Auf Rückraumlinks erfüllte er seine Aufgabe mit Bravour. Wangens Trainer freute sich, dass gestern auch bei ihm der Knoten platzte. „Er hat ein sensationelles Spiel gemacht, und das war auch genau das, was wir gebraucht haben, dadurch das Max Weber ausgefallen war.“ Weber war aus privaten Gründen verhindert.

Auch die jungen Spieler Julian Giesen, Finn Tobehn, Julius Nerz und Phil Kugler kamen noch rechtzeitig 20 Minuten vor Anpfiff in Esslingen an. Mit der A-Jugend hatten sie zuvor mit 42:21 (23:8) in der Oberliga ein Schützenfest gegen die TSB Schwäbisch Gmünd gefeiert.

Vier Punkte nach zwei Spieltagen

Die Bilanz der MTG Wangen nach zwei Spieltagen mit vier Punkten kann sich sehen lassen. Grund zum Ausruhen gibt es für Wangens Coach aber nicht. Die Schwachpunkte hat das Spiel gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn auch gezeigt. „Die zwei Punkte sind gut und wichtig, aber es wird diese Woche schon viel zu arbeiten geben“, so Müller. Der Fokus in den nächsten Trainingseinheiten liegt auf der technischen Thematik, dem Zugriff in der Abwehr und auf der Herangehensweise an ein Spiel. „Vor allem in der Defensive waren wir zu statisch und zu wenig torgefährlich. Gegen andere Gegner kommt das Spiel nicht mehr so glücklich zurück.“

Die erste Bewährungsprobe in der Oberliga auswärts ist glücklich überstanden. Kommenden Samstag wartet auf die Allgäuer die nächste Begegnung mit Mitabsteiger TSV Blaustein um 20 Uhr.

Für die MTG Wangen spielten: Hommel, Jaeschke (beide Tor); Giesen (3 Tore), Hindelang (3), Tobehn (1), E. Mayer (4, 3 Siebenmeter/3 Tore), Natterer (1), Nerz, A. Mayer (2), Kuhnt (9), L. Maier (1), Vonier (3), Gapp (1), Kugler (1).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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