M1 - erneute Niederlage im Abstiegskampf

Die MTG blieb in der Handball-Regionalliga gegen den VfL Waiblingen ohne Punkte. Noch ist rechnerisch der Ligaverbleib in den letzten drei Spieltagen aber möglich.

Der wichtige Sieg schien für die MTG Wangen vor 600 Zuschauern in der ausverkauften Argenhalle gegen den VfL Waiblingen zum Greifen nah. Nach einem Rückstand zur Pause gingen Wangens Handballer in Hälfte zwei auf Aufholjagd und hätten es beinahe geschafft. 28:29 (14:18) lautete aber der bittere Endstand. Damit geht die Zitterpartie um den Klassenerhalt weiter. Immer noch fehlen vier Punkte, um den TV Neuhausen/Erms einzuholen. Die Uhr tickt, denn dafür bleiben jetzt nur noch drei Spieltage übrig.

Die Welt geht nicht unter, wenn wir eine Liga tiefer spielen. Aber wir werden es probieren bis zum Ende.

Timo Feistle, Sportlicher Leiter der MTG Wangen

Der Frust saß bei allen tief Der Sportliche Leiter, Timo Feistle, freundete sich mit dem Abstieg an: „Die Enttäuschung ist groß, weil wir in der ersten Halbzeit Sachen liegen gelassen haben und auf der anderen Seite toll gekämpft, Herz gezeigt und das Spiel gedreht haben. Eigentlich ist die Enttäuschung über das Spiel größer als die Konsequenz.“ Die Begegnung mit den Tabellenzwölften hatte für Wangen Endspielcharakter. Der möglichen „Konsequenz“ sieht Feistle jedoch gelassen entgegen: „Für mich ist das tatsächlich nicht so ein großes Thema und nicht so negativ besetzt. Die Welt geht nicht unter, wenn wir eine Liga tiefer spielen. Aber wir werden es probieren bis zum Ende.“

Wangens Trainer hadert mit der Deckungsarbeit

Die Partie startete verheißungsvoll für die MTG. Eine Parade von Niclas Hommel und zwei Treffer durch Elia Mayer überraschten Waiblingen und auch das dritte Tor von Elia Mayer brachte die MTG weiter in Führung. Waiblingen blieb ruhig und zog mit aller Konsequenz als Antwort einen 5:0-Lauf durch. „Die ersten drei Tore waren Einzelaktionen von Elia Mayer. In der Deckung war es in Halbzeit eins einfach zu wenig“, beklagte Wangens Trainer Tobias Müller, der seine Jungs in der Kabine bei vier Toren Rückstand für die zweite Hälfte einnordete. „Mir war klar: Wenn wir die Abwehr verbessert kriegen, dann werden wir unsere Chance mit einfachen Toren bekommen und dann kommen wir ins Tempospiel. Darauf haben wir den Fokus gelegt.“

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel hagelte es für Waiblingen gleich zwei Zeitstrafen, die Wangen in die Hände spielten. Mit einem Vier-Tore-Lauf glich die MTG aus (20:20, 38.), danach gingen die Allgäuer sogar mit zwei Toren in Führung. Ausgeglichen startete die Crunchtime, bis Waiblingen sich in der 56. Minute wieder auf drei Tore abgesetzt hatte.

Ein gehaltener Siebenmeter von MTG-Keeper Julian Wenzel und zwei Treffer durch Elia Mayer und Manuel Kuhnt gaben zu Beginn der 59. Minute noch die Hoffnung auf ein Remis. „Für mich war Simon Natterer richtig stark, sowohl defensiv als auch offensiv, auch wenn er am Ende zum tragischen Helden wurde“, sagte Müller über die verpasste Chance von Natterer zum Ausgleich in der letzten Minute. Wenn der Außenspieler sehr frustriert ist, zieht er gerne sein Trikot über sein Gesicht - wie am Samstag zu sehen war.

Unterm Strich hätten wir einen Punkt verdient gehabt, aber es ist noch möglich.

MTG-Kapitän Aaron Mayer

Die Niederlage hat den Druck erhöht. Wangens Trainer gab sich zum Thema Klassenerhalt aber kämpferisch mit einem Zitat aus der Opernwelt: „Es ist noch nicht vorbei, solange die dicke Lady singt. Rechnerisch ist es noch möglich.“

Seine Jungs und der verletzte Kapitän Aaron Mayer zogen mit: „Unterm Strich hätten wir einen Punkt verdient gehabt, aber es ist noch möglich. Aktuell brauchen wir noch vier Punkte aus drei Spielen, vorausgesetzt Neuhausen gewinnt kein Spiel mehr. Sonst werden es sechs. Solange wir es noch schaffen können, halten wir daran fest.“

Noch zwei Auswärtsspiele und ein Heimspiel

Drei Teams warten noch auf den Tabellen-14. MTG Wangen. Am Samstag geht es zum Tabellendritten TVS Baden-Baden (Rang 3). Am 25. April folgt das letzte Heimspiel der Saison gegen die SG Heddesheim (Achter). Das Finale werden die Allgäuer am 3. Mai in der Stadthalle gegen den HC Neuenbürg (Elfter) haben.

Bei allem Frust hielten die MTG-Spieler am großen Ziel fest. Auch Manuel Kuhnt: „Mund abwischen und weiter fighten. Wir werden alles reinschmeißen. Jeder für jeden!“

Für die MTG Wangen spielten: Hommel, Wenzel; Fischer, Pentzlin (2 Tore), Mücke, Schopp (2), Dohrn, E. Mayer (8, 1 Siebenmeter, kein Tor), Natterer (4), Rebstein, Sellschopp, L. Maier (1), Kuhnt (7), Vonier (2, 2/1), Gapp (2).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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