M1 zahlen Lehrgeld in Langenau

Die erste Niederlage der MTG in der Oberliga zeichnete sich erst in der zweiten Halbzeit ab. Die HSG Langenau/Elchingen siegte verdient.

Vor 650 Zuschauern in der Langenauer Pfleghofhalle war es am Samstag für die MTG Wangen eins der wenigen Auswärtsspiele in dieser Oberligasaison vor großer Kulisse und mit enormer Stimmung. „Das hat richtig Spaß gemacht“, meinte MTG-Trainer Tobias Müller, auch wenn seine Mannschaft bei der HSG Langenau/Elchingen mit 32:37 (15:17) verlor.

Trainer hadert mit einer Roten Karte

Die Begegnung mit den erfahrenen HSG-Handballern war über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe. „Mit der ersten Halbzeit bin ich in Summe absolut einverstanden, auch wenn wir mit einem Rückstand in die Kabine gehen. Wir kriegen vielleicht zwei, drei Tore zu viel, machen sicherlich drei bis vier zu wenig, weil wir gute Chancen liegen lassen. Aber in Summe sind wir da auf Augenhöhe und sind griffig“, berichtete Wangens Trainer, dessen Ansage in der Halbzeitpause entsprechend war. „Ich habe gesagt, dass wir genauso weitermachen und ich der Überzeugung bin, dass das Spiel auch zu uns kippen kann.“

In der 33. Minute gab es nach drei Zeitstrafen allerdings die Rote Karte für Manuel Kuhnt. Eine Entscheidung, die Wangens Trainer nicht nachvollziehen konnte. „Die drei Zeitstrafen und die Rote Karte empfand ich als wenig Fingerspitzengefühl in den Entscheidungen. Manuel hat seinen Part erfüllt und aktiv, aggressiv verteidigt. Offensichtlich war es nicht gewünscht, offensiv zu verteidigen.“

Dennoch blieben die Allgäuer an der HSG dran und erreichten durch Simon Natterers Treffer den ersten Ausgleich in der 36. Minute. Sechs weitere Ausgleichstreffer seitens Wangen hielten die Partie bis zur 46. Minute offen. Danach kippte das Spiel aber auf die Seite der Gastgeber. Wangens Trainer machte dies auch an der Zwei-Minuten-Strafe für HSG-Spieler Felix Junginger fest. „Beim 23:24 kriegt er eine Zeitstrafe, die für mich eine glasklare Rote Karte war. Da war Fassungslosigkeit bei uns. Ich glaube, das hat in den nächsten Minuten dahingehend nachgewirkt bei uns, dass wir nicht mehr mit der Intensität in die Zweikämpfe gegangen sind. Daran sind wir selbst schuld. Wir machen zu viele einfache Fehler und ich nahm die Auszeit.“

“Die Wechsel haben nicht so gegriffen, wie ich es mir vorgestellt habe.”

MTG-Trainer Tobias Müller

Langenau führte zu diesem Zeitpunkt mit zwei Toren. „Was dann passierte, ist der Horror für jeden Trainer“, berichtete Müller. „Wenn man eigentlich etwas verbessern möchte und nach der Auszeit einen weiteren 0:3-Lauf kassiert.“ Beim 26:31-Rückstand unterbrach Müller nur drei Minuten später das Spiel erneut - mit der bitteren Folge, dass die Gastgeber danach den nächsten 2:0-Lauf hinlegten. „Da stehst du da und meinst eigentlich, dass du alles falsch gemacht hast in dem Moment. Ich muss auch selbstkritisch sagen, vielleicht habe ich da auch die eine oder andere Personalentscheidung nicht richtig getroffen. Die Wechsel haben nicht so gegriffen, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Der HSG-Torwart erzielt vier Tore

Einiges lief aber auch gut bei der MTG zu Beginn der Crunchtime. Noch blieb genügend Zeit für eine ambitionierte Aufholjagd, die die Allgäuer mit einem Drei-Tore-Lauf (52.) einläuteten. „Jedes Mal, wenn wir uns rangearbeitet haben, haben wir uns auf die eine oder andere Weise den Nackenschlag selbst verpasst oder einen verpasst bekommen“, haderte Müller. Signifikant war für den MTG-Trainer, dass Langenaus Torhüter Jan Schönefeldt vier Tore machte. „Wir spielen viermal in Unterzahl ohne Torhüter den Ball dem Gegner in die Hände. In den Szenen waren wir zu grün hinter den Ohren“, meinte Müller. „Wir haben gegen die erfahrene Mannschaft von Langenau Lehrgeld gezahlt. Wir haben durch die Anzahl der einfachen Fehler, die wir mehr gemacht haben als Langenau, folgerichtig verloren.“ Für die Allgäuer war es die erste Niederlage der jungen Saison.

Für die MTG Wangen spielten: Hommel, Wenzel; Weber (7 Tore), Schuster, Hindelang (2), Giesen, E. Mayer (8, 7 Siebenmeter/7 Tore), Natterer (6), Nerz, A. Mayer, Kuhnt (2), L. Maier (3), Gapp, Kugler (4).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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