M1 -Verdiente Niederlage in Weinstadt
Bei der Niederlage der Regionalliga-Handballer der MTG Wangen in Weinstadt hagelte es 16 Zeitstrafen und drei Rote Karten.
Trotz aller widrigen Umstände im Regionalligaspiel der MTG Wangen machte Trainer Tobias Müller die Niederlage mit 24:30 (11:13) gegen die Handballer der SG Weinstadt nicht an den Entscheidungen der Unparteiischen fest: „An den Schiedsrichtern lag es nicht. Das Spiel haben wir am Samstag im Kopf verloren.“
Es war eine ungewöhnliche Begegnung mit insgesamt 16 Zeitstrafen und drei Disqualifikationen. „Das bedeutet, dass das halbe Spiel ein Überzahl-, Unterzahlspiel war. Man konnte sich eigentlich auf nichts einstellen, was als Nächstes gepfiffen wird. So kannte ich die beiden gar nicht“, bedauerte Müller.
Fragliche Strafen
Bereits in Minute drei, als Wangen 1:0 führte, kassierte Michel Fischer die erste Zeitstrafe. Wangens Trainer fehlte das Verständnis dafür: „Bis heute weiß weder er noch ich, wofür die war. Das war ein ganz normaler Zweikampf. Beide Mannschaften waren sich danach einig, dass null Härte zugelassen wurde, obwohl das Spiel zu keiner Sekunde unfair war.“
Summa summarum fanden die Allgäuer nicht in ihr Spiel. „Wir haben in der ersten Hälfte Chancen liegen gelassen, zum Teil auch mit Pech. Insgesamt waren es sechs- oder siebenmal Pfosten oder Latte. Weinstadt hat es besser gemacht und wir bekamen keinen Zugriff, insbesondere in der Abwehr und am Tor“, resümierte Wangens Trainer, der mit 13 Toren zur Halbzeit aber noch gut leben konnte und die Begegnung in der ersten und zweiten Hälfte als „ein Spiel auf Augenhöhe“ bezeichnete. Der Rückstand Wangens erhöhte sich nach dem Seitenwechsel in der 40. Minute von minus drei auf minus sechs. „Weinstadt hat das Spiel sehr langsam gemacht, und das wurde von den Schiedsrichtern nicht geahndet. Da gingen Angriffe teilweise über eine Minute lang. Davon ließen wir uns anstecken und haben nicht in unser Tempospiel gefunden. Wenn wir über eine Minute in der Abwehr waren, haben wir gemeint, dass wir vorne schnell den Abschluss suchen müssen, damit es wieder einigermaßen pari ist, und das hat Weinstadt in die Karten gespielt“, so Müller. „Wir waren überhastet und sind in unvorbereitete Aktionen gegangen.“
Wangen kämpft
Aber die Moral stimmte. Die MTG kämpfte sich wieder auf drei Tore (46.) heran und hielt diesen Status über sieben Minuten aufrecht. „Am Ende des Tages ist es traurig, dass wir den Kopf in den Sand gesteckt und die zwei oder drei Tore noch mehr bekommen haben“, erklärte Wangens Coach zum Endstand mit sechs Toren Rückstand.
Vor dem Abpfiff hagelte es in den letzten 30 Minuten noch elf Zeitstrafen mit drei Roten Karten. Zwei davon gingen an die SG Weinstadt und Fabian Pentzlin musste ebenfalls in der 53. Minute vom Feld. Alle drei Entscheidungen blieben für beide Mannschaften ein Rätsel. „Wir wissen nicht, warum, und auch der Gegenspieler nicht“, meinte Müller enttäuscht. Es verwundert nicht, dass auch beide Offizielle mit einer Zeitstrafe verwarnt wurden.
Aus Wangens Sicht war es eine verdiente Niederlage, die auch der Heimstärke der Gastgeber geschuldet war, gepaart mit ihrer überragenden Abwehrleistung. In dieser Saison verlor Weinstadt in eigener Sporthalle nur ein einziges Mal Punkte, und das war ausgerechnet am vergangenen Samstag gegen den TSV Heiningen mit 25:33.
“Eine ärgerliche Niederlage, aber definitiv eine, mit der wir umgehen können.”
MTG-Trainer Tobias Müller über das 24:30 in Weinstadt
Unglücklich war am Samstag vor 400 Zuschauern zudem, dass Luis Gapp in der Aufwärmphase noch dabei war, aber dann verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden konnte. Beim letzten Training war er wieder mit seinem angeschlagenen Fuß umgeknickt. Auch Niclas Hommel fehlte im Tor wegen einer Oberschenkelzerrung, und dazu kam noch, dass Simon Natterer am Samstag ebenfalls noch mit einer Grippe im Bett lag.
Obwohl die Hoffnung groß war, mit etwas Zählbarem aus Weinstadt zurückzukehren, blieb es am Ende für Wangens Trainer „eine ärgerliche Niederlage, aber definitiv eine, mit der wir umgehen können.“
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Wenzel (beide Tor); Fischer, Pentzlin, Weber (2 Tore), Tobehn (1), Schopp (3), Mücke (3), Dohrn (2), E. Mayer (8, 4 Siebenmeter/3 Tore), Sellschopp, L. Maier (3), Kuhnt (2), Vonier, Gapp.
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)