M1 stehen mit dem Rücken zur Wand
Obwohl Wangens Handballer starke Momente in der Regionalliga gegen die HSG Ostfildern zeigten, reichte es nicht für Punkte. Der Kampf um den Ligaverbleib nimmt an Schärfe zu.
In den ersten neun Minuten gingen Wangens Handballer vor voller Kulisse in eigener Halle mit aller Konsequenz und Kampfgeist ins Regionalligaspiel gegen die HSG Ostfildern. Es blieb eng, aber das Tempo der MTG forderte Ostfildern, die HSG blieb aber dran und egalisierte in der zehnten Minute zum 5:5. „Die Enttäuschung ist groß“, gab Moritz Sellschopp danach zu, denn mit 15:20 ging es für Wangen in die Pause. In Halbzeit zwei kämpften die Allgäuer vergeblich um den Anschluss und blieben am Ende ohne Punkte bei der 33:37-Niederlage gegen die neuntplatzierten Gäste aus dem südlichen Stuttgarter Raum. Die Niederlage machte Sellschopp vor allem in den ersten 30 Minuten „an der Absprache in der Abwehr fest“.
20 Gegentore sind zu viel. Das sind fünf zu viel für diese Liga, weil wir nicht bereit sind, die Zweikämpfe mit letzter Konsequenz zu führen.MTG-Trainer Tobias Müller
20 Gegentore zur Halbzeit waren für Wangens Trainer Tobias Müller eindeutig zu viel. „15 Tore machen ist gut, aber 20 Gegentore sind zu viel. Das sind fünf zu viel für diese Liga, weil wir nicht bereit sind, die Zweikämpfe mit letzter Konsequenz zu führen und die Torhüterleistung fehlte. In Halbzeit zwei machen wir das besser.“
Umstrittene Entscheidungen auf beiden Seiten
Zurück aus der Kabine startete die MTG mit einem 3:0-Lauf - auch dank der Paraden von Julian Wenzel im Tor - und ging mit 18:20 wieder auf Tuchfühlung und blieb dran. Beim 27:28 (47.) wurde Wangen für Ostfildern wieder gefährlich. „In der zweiten Halbzeit kommen wir ran und machen es richtig gut. Wir halten 20 Minuten das Spiel offen und bleiben immer plus, minus zwei dran. In der Crunchtime kriegen wir eine harte Zeitstrafe, finde ich und dann ist Ostfildern einfach zu abgezockt“, analysierte Aaron Mayer. Fabian Pentzlin kassierte von den Schiedsrichtern Armin Frasch und Andreas Röhler in der 56. Minute eine Zeitstrafe, die bei allen auf wenig Verständnis stieß.
Wangens Trainer war mit dem Urteil der Schiedsrichter „nicht glücklich mit den 50:50-Entscheidungen bei Schritten und Abwehr im Raum. Die Zeitstrafe für Pentzlin versteht keiner, aber das passierte während des Spiels auf beiden Seiten sechsmal. Aber das daran festzumachen, ist mir zu billig. Wir machen die Fehler selber und verlieren das Spiel auch selber gegen eine Mannschaft, die über 60 Minuten einfach mehr Qualität hatte als wir heute. Aber von so einem Nackenschlag haben wir uns nicht mehr erholt.“
Für Irritation sorgte auch die Rote Karte für HSG-Spieler Florian Distel in der 43. Minute, als die Schiedsrichter sich nicht einig waren, ob sie Wangen einen Siebenmeter geben. „Das hat etwas für Unruhe gesorgt“, meinte Aaron Mayer, „aber nicht zu unserem Nachteil. Eli (Bruder Elia Mayer, Anmerk. d. Red.) macht den Siebenmeter rein.“
Wangen ist immer eine Mannschaft, die unglaublich viel Leidenschaft, Herzblut und Kampfgeist gibt.
HSG-Trainer Marco Gaßmann
Mit den zwei Punkten verbesserte sich Ostfildern am Samstag gleich um zwei Plätze und liegt nun auf Platz neun punktgleich vor der SG Heddesheim. HSG-Trainer Marco Gaßmann und sein Team reisten mit Respekt in die Hölle Süd. „Wangen ist immer eine Mannschaft, die unglaublich viel Leidenschaft, Herzblut und Kampfgeist gibt. Das zeichnet die Jungs aus. Sie sind vor allem daheim eine sehr gefährliche Mannschaft.“
Konkurrent im Tabellenkeller gewinnt
Trotz des Lobs der Gäste wachsen die Abstiegssorgen bei den Allgäuern. Der Druck nimmt zu und der Abstand zum TV Neuhausen/Erms auf dem sicheren 13. Platz hat sich nach dessen Sieg am Samstag gegen die SG Heddesheim auf vier Punkte erhöht. Fünf Spieltage stehen in der Regionalliga noch an, die Überzeugung ist bei der MTG weiterhin groß, den Ligaverbleib doch noch zu schaffen. „Es wird schwieriger, aber wir haben es trotzdem noch selber in der Hand“, sagte Aaron Mayer. Trainer Tobias Müller meinte: „Solange es rechnerisch möglich ist, glaube ich fest an die Jungs und daran, dass harte Arbeit belohnt wird. Die Jungs arbeiten hart, aber es ist natürlich ab jetzt nach außen so, dass uns keiner mehr auf dem Zettel hat. Wir können jetzt nur noch positiv überraschen.“
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Wenzel (beide Tor); Fischer (3 Tore), Pentzlin (2), Weber (5), Schopp (4), Mücke, Dohrn, E. Mayer (6, 3 Siebenmeter/3 Tore), Natterer, Sellschopp (4), L. Maier (1), Kuhnt (4), Kohlbürger, Gapp (4).
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)