Dem TSV Bartenbach, Tabellenletzter der Handball-Oberliga, haben die Wangener schon in der ersten Halbzeit den Zahn gezogen. Die Hölle Süd wurde ihrem Namen gerecht.
Der TSV Bartenbach wusste in der Handball-Oberliga um die Schwere der Aufgabe. Immerhin war es in dieser Saison noch keiner Mannschaft gelungen, die MTG Wangen in deren Argenhalle - der Hölle Süd - zu bezwingen. Doch Bartenbach, Tabellenletzter, scheiterte nicht nur an der Aufgabe: Die Gäste aus Göppingen gingen in der ersten Halbzeit krachend unter und verloren am Ende auch in der Höhe völlig verdient mit 24:41 (10:22).
Das Torwart-Wechselspiel geht häufig schief
Überragend bei der MTG: Nils Hindelang. Zwölf Treffer steuerte der Wangener zum klaren Heimsieg bei. Immer wieder erkämpfte er sich in der Abwehr die Bälle - immer wieder traf er ins leere Bartenbacher Tor. „Beim Rückwechsel zum Torwart war der TSV oft zu langsam“, sagte Hindelang. Bartenbachs Trainer hatte mehrfach den Torwart vom Feld genommen, um mit sieben gegen sechs Feldspieler angreifen zu können. Auch in Unterzahl ging - wie im Handball inzwischen üblich - der Torhüter für einen dann sechsten Feldspieler runter. „Die halbe Strecke macht der Torwart, die andere Hälfte ich“, lobte Hindelang das Zusammenspiel mit seinem Keeper Mika Jaeschke.
“Mit Manuel Kuhnt war Nils in der zentralen Deckung oberstes Regal in dieser Liga.”
MTG-Trainer Tobias Müller lobte nicht nur die offensive Leistung von Nils Hindelang
Lob für den zwölffachen Torschützen gab es natürlich von seinem Trainer Tobias Müller. „Das Kreisspiel hat sehr gut funktioniert, und wenn Bartenbach mit sieben Mann nicht gut gewechselt hat, war Nils sehr clever“, meinte Müller. Doch nicht nur das Offensivspiel von Hindelang gefiel dem MTG-Trainer. „Mit Manuel Kuhnt war Nils in der zentralen Deckung oberstes Regal in dieser Liga.“
Das bekam Bartenbach vor allem in den ersten Minuten der Partie in der Argenhalle zu spüren - im wahrsten Sinne des Wortes. Erst nach mehr als acht Minuten gelang Marian Rascher per Siebenmeter der erste Treffer. 5:1 stand es da aus Sicht der MTG. „Sehr konsequent, dazu eine taktisch clever gelöste Abwehrleistung“, meinte Müller.
Für den TSV Bartenbach ging der Albtraumstart weiter. Beim Stand von 1:7 nahm Trainer Volker Haiser die erste Auszeit, knapp sieben Minuten später musste er beim Stand von 3:12 erneut zur Auszeit bitten. Auf die Frage, was in der ersten Halbzeit nicht funktionierte, fand Haiser nur ein Wort: „Alles!“ Die Gäste leisteten sich zu viele technische Fehler - vor allem einfache Fehler. Mal stand der Spieler beim Wurf schon im Kreis, mal geriet ein Pass auf die Außenpositionen gut einen Meter zu hoch - und immer wieder waren die Wangener mit ihren Händen dazwischen. „Die Zahl der einfachen Fehler von Bartenbach hat mich schon etwas überrascht“, gestand Müller. „Was mich aber sehr freut, ist die Zahl der von uns erzwungenen Fehler.“ Dass Louis Waldraff dazu mit einem Wurf erst die Latte, dann den Pfosten traf und der Ball über die Linie ins Feld zurück hüpfte, passte ins Bartenbacher Bild.
“Diese Kulisse ist der Wahnsinn und einzigartig in dieser Liga.”
Nils Hindelang über die Atmosphäre in der Argenhalle
Die 550 Zuschauer in der vollen Argenhalle hatten in der ersten Halbzeit ihren Spaß. „Diese Kulisse ist der Wahnsinn und einzigartig in dieser Liga“, zollte Hindelang den Fans in der Hölle Süd großen Respekt. „Darüber können wir uns glücklich schätzen, so eine Unterstützung ist ganz viel wert.“ Auch TSV-Trainer Haiser war beeindruckt: „Tolle Halle, tolle Stimmung, tolles Publikum.“
Alle Feldspieler treffen
Als Simon Natterer in der 26. Minute das 21:7 erzielte, war die Partie im Grunde schon entschieden. Bis zur Pause kam der TSV immerhin noch auf eine zweistellige Ausbeute (22:10). „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann geschafft, ein bisschen weniger Fehler zu machen“, meinte Haiser fast schon ein wenig sarkastisch.
Denn die Gäste sorgten zwar für einen ausgeglichenen Start in die zweite Halbzeit. Das lag aber eher daran, dass die MTG in der Abwehr nicht mehr ganz so griffig war. „Nach der Auszeit sind wir zur nötigen Gier zurückgekommen“, sagte Müller. Es war letztlich ein Schaulaufen der MTG, bei der sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintrugen.
Zwei attraktive Heimspiele in Folge
Teil eins des Dreier-Heimspielpakets haben die Wangener erfolgreich bestritten. Es folgen die Partien gegen den Tabellensechsten TV Ehingen und den Tabellendritten TSG Söflingen. „Diese Spiele werden knackig“, sagte Hindelang. In der Form der ersten Halbzeit am Samstag ist der MTG Wangen aber einiges zuzutrauen.
Für die MTG Wangen spielten: Jaeschke, Wenzel; Hindelang (12), Gapp (5), E. Mayer (5, 5 Siebenmeter/4 Treffer), Natterer (4), Kuhnt (4), Kugler (3), Vonier (3), Schuster (2), Giesen (1), A. Mayer (1), Maier (1).
Bericht: Thorsten Kern (Schwäbische Zeitung)