M1 -MTG Wangen im Auswärts-Blues

Wangens Handballer scheitern in der Oberliga wieder in Hälfte zwei am Gradmesser TV Weilstetten. Die Verletzung von TV-Spieler Raphael Forster überschattete das Spiel.

Die zweite Auswärts-Niederlage von Wangens Handballern am Samstag gegen den TV Weilstetten setzt die Mannschaft nun unter Druck. Nach einer guten ersten Hälfte verlieren die Allgäuer wieder auswärts im zweiten Durchgang mit 28:35 (15:17) in der Oberliga.

Starke erste Hälfte der MTG

MTG-Trainer Tobias Müller sparte nicht an Kritik zum Spiel seines Teams in den letzten 15 Minuten. „Wir hatten phasenweise ein defensives und auch offensives Zweikampfverhalten wie eine Schülermannschaft an den Tag gelegt. Weilstetten hat uns an diesem Tag mit seiner jungen Truppe die Grenzen aufgezeigt. Da war kein Aufbäumen, kein Wille, Zweikämpfe zu gewinnen - weder hinten noch vorne. Das war alles Schön-Wetter-Handball mit angezogener Handbremse.“

Dass es auch anders laufen kann, bewiesen die Allgäuer in Hälfte eins. Vor allem Nils Hindelang glänzte mit sieben von insgesamt elf Toren als bester Torschütze bis zur 20. Minute als die MTG mit zwei Toren in Führung lag. Nur fünf Minuten später verletzte sich Rückraumspieler Raphael Forster ohne Fremdeinwirkung am Ellenbogen. Das Spiel wurde unterbrochen, denn Forster musste ins Krankenhaus. Nach 20 Minuten Pause kam das Müller-Team nicht mehr in die Spur. „Statt, dass die eigene Mannschaft geschockt war, weil ein Kumpel abtransportiert wurde, waren wir wie in Schockstarre. Wir haben dann so in der Abwehr gespielt, dass ihnen auf keinen Fall was passieren kann“, so Müller, der zur Pause seinen Jungs Mut machte. „Ich saß in der Kabine und habe gesagt, jetzt schütteln wir das ab und werden entsprechend gestärkt daraus hervorgehen und taktisch wieder auf Linie kommen.“

Stillstand nach Auszeit

Es wollte nicht richtig funktionieren. Weilstetten übernahm die Führung. Wangen blieb zunächst auf zwei, drei Tore dran, verlor aber ab der 43. Minute zunehmend den Anschluss. Nach einem 2:0-Lauf der Gäste unterbrach Müller das Spiel (22:25). „Dann passierte vier Minuten gar nichts. Wir verwerfen drei freie Bälle. Max Weber kriegt eine Zweiminutenstrafe, von deren Folgen wir uns nicht mehr erholt haben.“ Die MTG gab das Spiel aus der Hand. „Was mich so massiv stört, ist, dass wir dann in der Folge jegliches Aufbäumen und jegliche Körpersprache und jeglichen Glauben, dass Spiel noch zu drehen, vermissen lassen“, monierte Wangens Coach. Ein 4:0-Lauf der Gastgeber (54.) klärte das Spiel vorzeitig beim 31:24-Stand für die Füchse.

Nach zwei Niederlagen stimmt Wangens Trainer das Auftreten seiner Mannschaft auf fremden Plätzen nachdenklich. „Dieser Auftritt war richtig blutleer und so kenne ich die Jungs nicht.“ Müller nahm auch sich in die Pflicht. „Ich habe es nicht geschafft, die Jungs so einzustellen, dass sie das Herz auf dem Platz lassen. Ich kann es aber nicht verstehen, und da habe ich auch meine Gedanken und Ansätze dazu.“ Vor allem fehlte ihm der Wille im Kollektiv, in schlechten Phasen das Spiel noch drehen zu wollen.

“Wir stehen jetzt schon unter Druck zu punkten.”

MTG-Trainer Tobias Müller

Die Aufarbeitung des Spiels wird im Training am Montag intensiv werden, denn nun kommt es darauf an, in den kommenden drei Heimspielen in Serie zu punkten. „Auch das ist gefährlich. Ich weiß, wir haben in der Rückrunde entsprechend drei Auswärtsspiele in Folge. Wir stehen jetzt schon unter Druck zu punkten. Sonst stehen wir im grauen Mittelfeld der Tabelle und man muss aufpassen, dass man nicht von hinten gefressen wird“, warnt Müller, der die Messlatte hoch hängt. „Für die drei Heimspiele erwarte ich a) eine Reaktion der Mannschaft, die erwarte ich schon nächste Woche im Training, b) dass sie eine andere Intensität auf die Platte bringen und c), dass wir mindestens zwei der drei Spiele gewinnen.“

Die kommenden Gegner in der Hölle Süd werden TSV Bartenbach (Platz 13), TV Ehingen (Platz 4) und TSG Söflingen (Platz 5) sein.

Für die MTG Wangen spielten: Jaeschke, Hommel (beide Tor); Weber, Schuster, Kugler (3 Tore), Hindelang (11), Tobehn (2, 1 Siebenmeter/1 Tor), E. Mayer (5, 1/0), Natterer (3), A. Mayer, Kuhnt (3), L. Maier, Giesen, Gapp (1).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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