M1 - MTG Wangen bleibt zu Hause ungeschlagen

Wangens Handballer hatten am Samstag das Oberliga-Spiel gegen den TSV Wolfschlugen fest im Griff. Felix Mendler, Eigengewächs der MTG, war dabei auf Heimatbesuch.

Das Ergebnis von 37:26 (20:12) hätte für die MTG Wangen in der Handball-Oberliga durchaus höher ausfallen können. Mit einer souveränen Leistung dominierten die Allgäuer am fünften Spieltag die Begegnung gegen den TSV Wolfschlugen vor 600 Zuschauern in der Argenhalle. Das hatte Wangens Trainer Tobias Müller so nicht erwartet. „Es wäre vermessen zu sagen, wir schießen sie mit zehn, elf Toren aus der Halle“, meinte Müller. „Wolfschlugen hat mit seiner offensiven Deckung das Potenzial, unangenehm zu sein. Wir haben es vorn taktisch hervorragend gemacht und in der Defensive gleich Präsenz gehabt. Mika Jaeschke war ebenfalls gleich auf Betriebstemperatur im Tor.“

Zur Pause sind es bereits acht Tore Vorsprung

Der MTG-Torwart hatte seine erste Parade gleich in der zweiten Minute beim Stand von 1:1. Ein missglückter Siebenmeter der Wangener änderte nichts an der Führung - sieben Minuten später stand es zum einzigen Mal in dieser Partie unentschieden. Danach blieb es für die Gäste eine vergebliche Aufholjagd. Bei neun Paraden in den ersten 30 Minuten funktionierte das Zusammenspiel von Abwehr und Jaeschke reibungslos. „Das ist eine Kombination aus Selbstvertrauen und mit der Abwehr zusammenspielen. Wenn zu Hause in der Halle eine geile Stimmung ist und du merkst, die Abwehr ist von Sekunde eins an da und du kannst gleich am Anfang Paraden sammeln, dann sammelt man auch immer mehr Selbstvertrauen“, sagte der 24-jährige Torhüter der MTG, der im vergangenen Jahr verletzungsbedingt pausierte. Jaeschke durfte sich mit einem Wurf ins leere gegnerische Tor (38.) sogar in die Torschützenliste eintragen.

So richtig in Fahrt kamen die Allgäuer am Ende der ersten Hälfte. Ein 4:0-Lauf entließ die Gäste mit acht Toren Rückstand in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel überrollte die Hexabanner ein 3:0-Lauf der Wangener. Bei bis zu 14 Toren Vorsprung (48.) ließ die MTG Wolfschlugen im Regen stehen. Erst in den letzten fünf Minuten gelang es dem TSV vor den Augen des sichtlich frustrierten Trainers Steffen Klett, den Abstand um drei Tore zu verkürzen. Das war auch der einzige Kritikpunkt, den Wangens Coach am Spiel fand. „Da ist mir zu laissez faire mit den Torchancen umgegangen worden. In anderen Spielen ist das gefährlich.“

“Wangen hat sich bei jeder guten Aktion auf den Ball geschmissen und gejubelt. Bei uns hat das gefehlt.”

Der Ex-Wangener Felix Mendler, inzwischen wieder beim TSV Wolfschlugen

Bei Felix Mendler schlugen am Samstag zwei Herzen in der Brust. Das Wangener Eigengewächs, das 2024 mit der MTG den Aufstieg in die Regionalliga feierte, wechselte danach studienbedingt wieder zurück zum TSV Wolfschlugen. Seit drei Jahren steht er dort auf der Platte, pausiert aktuell wegen einer Schulterverletzung, war aber beim Spiel dabei. „Es ist für uns sehr unglücklich gelaufen. Es tut ein bisschen weh, da zuzuschauen. Auf der anderen Seite ist es schön, Wangen gewinnen zu sehen. Da war ich im Zwiespalt“, sagte Mendler. Die MTG empfing ihn herzlich. „Vielleicht hatten wir letztes Jahr auch ein bisschen Überwasser und haben uns das zu Kopf steigen lassen“, meinte Mendler zum verpatzten Saisonstart seiner Mannschaft. „Wir hatten ein paar Abgänge und ein paar Verletzte, das merkt man halt. Ich habe das Gefühl gehabt, dass bei uns die Gier fehlte. Wangen hat sich bei jeder guten Aktion auf den Ball geschmissen und gejubelt. Bei uns hat das gefehlt.“

Zur Rückrunde will der Kapitän bereit sein

Es war am Samstag auch das Spiel von Phil Kugler und Finn Tobehn aus der MTG-A-Jugend. Beide steuerten wie Nils Hindelang jeweils fünf Tore zum Sieg bei. Nachdem Elia Mayer zu Beginn kein Erfolg mit seinem Siebenmeter hatte, übernahm Tobehn als Schütze. Beim ersten Wurf hielt er kurz den Atem an. „Er ist irgendwie reingekullert. Ich weiß nicht wie, aber er ist reingegangen, und dann habe ich die nächsten auch reingeworfen, dann war es nicht mehr so schlimm.“ Alle vier Siebenmetern verwandelte er.

Kapitän Aaron Mayer bezeichnete die Begegnung als „die beste Defensivleistung plus Torhüter in dieser Saison“. Das Ass im Ärmel der MTG arbeitet nach seiner Verletzung an der Achillessehne noch an der Fitness. „Ich habe weite Teile der Vorbereitung durch meine Hochzeit und der Achillessehne verpasst. Das merke ich“, sagte Mayer. Er ist aber bei jedem Spiel auf der Bank bereit, falls die Mannschaft ihn braucht. Am Samstag war dies nicht der Fall. „Ich trainiere normal mit. Zur zweiten Saisonhälfte will ich spätestens wieder richtig fit sein.“

Für die MTG Wangen spielten: Jaeschke (1 Tor), Hommel; Weber (4), Schuster (2), Hindelang (4), Tobehn (5, 4 Siebenmeter/4 Tore), E. Mayer (3, (1/0), Natterer (4), A. Mayer, Kuhnt (4), L. Maier, Fejza, Giesen (3), Gapp (2), Kugler (5).

Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)

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M1 - MTG hofft auf den dritten Heimsieg