M1 - Heiningen bestätigt Favoritenrolle bei der MTG
Der TSV Heiningen nimmt am Samstag in der Handball-Regionalliga zwei verdiente Punkte aus Wangen mit nach Hause. Vier Siege braucht die MTG noch für den Klassenerhalt.
Der Respekt vor dem zweitplatzierten TSV Heiningen war bei Wangens Handballern am Samstag groß in der Regionalliga. Die Staren aus Heiningen punkteten verdient beim 34:26-Sieg (16:10) und feierten ihren siebten Sieg in Folge. Es war insofern eine ungewöhnliche Begegnung, weil es in der Argenhalle mit 600 Fans im Vergleich zu anderen Spielen relativ ruhig blieb. „Wir haben uns selber in Hälfte eins mit vielen technischen Fehlern im Angriff, vielen unklugen Entscheidungen aus dem Spiel rausgenommen und haben uns so immer wieder die Nackenschläge abgeholt“, beklagte Co-Kapitän Michel Fischer. Mit minus sechs ging es für Wangens Handballer in die Pause. Diese Hypothek war, trotz guten Starts in die zweite Hälfte, zu hoch. Bereits nach knapp drei Minuten lagen die Allgäuer nur noch vier Tore zurück, aber der Turnaround wollte nicht gelingen. „Es hat einfach nicht funktioniert. Dann schmeißen wir vorne den Ball weg – völlig ohne Not, wenn wir auf drei hinkommen können, dann kriegen wir hinten wieder eine Zeitstrafe, das hat sich eigentlich über das ganze Spiel so hingezogen“, bedauerte Fischer.
Max Weber zum besten Spieler gewählt
Timo Feistle, Sportlicher Leiter der aktiven Männer bei der MTG, vermisste die Präsenz auf dem Feld: „Heiningen hat profitiert von unseren Fehlern. In der ersten Halbzeit war die Körpersprache zu wenig. Man hatte das Gefühl, dass wir an gar nichts glauben, dass da was möglich ist. In Hälfte zwei machen wir immer wieder, wenn es minus vier war, eklatante individuelle Fehler. Das Spiel war nicht knapp. Es war immer souverän von Heiningen und man hatte das Gefühl, sie lassen uns an der langen Leine mitlaufen. Da müssen wir viele Sachen besser machen.“
Auch der siebte Feldspieler zu Beginn der Crunchtime brachte nicht die erhoffte Wende für die Allgäuer. Für Max Weber war es ein kleiner Trost, dass TSV-Trainer Hagen Gunzenhauser ihn mit neun Treffern zum besten Spieler kürte. „Man muss neidlos anerkennen, dass sie heute eine Nummer zu groß waren für uns. Ich finde, wir haben uns trotzdem einigermaßen gut geschlagen. Wir haben nicht die Köpfe hängen lassen und immer wieder alles gegeben“, so Weber.
MTG kämpft um den Ligaverbleib
Mit vier Punkten bis zur Faschingspause haben die Wangener ihr Ziel erreicht und stehen mit 14:26 Punkten immer noch auf Platz 13. Zeit zum Ausruhen bleibt aber in den spielfreien zwei Wochen jetzt nicht. Trainer Tobias Müller fehlte vor allem in den letzten Spielen „der Effekt, den Anker und das Werkzeug zu haben, nicht in den Negativstrudel zu verfallen.“ Aus der Begegnung mit den Staren zog Wangens Trainer den Lerneffekt, dass „wir uns mit der Vielzahl an technischen Fehlern, vor allem in Halbzeit eins, gegen jeden Gegner schwertun werden. Wir müssen eine aktivere Zweikampfführung in der Defensive wieder hinkriegen, und Faktor drei ist: Angst ist ein schlechter Ratgeber.“
Zwei Drittel der Saison sind nun vorbei. Der Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga nimmt mit dem nächsten Heimspiel am 21. Februar (20 Uhr) gegen TuS Steißlingen Fahrt auf. Im Gegensatz zur vergangenen Saison will die MTG den Klassenerhalt selbst erreichen. Wangens Trainer kalkuliert dafür mit vier weiteren notwendigen Siegen bis zum Saisonende. „Dafür brauchen wir aber ein anderes Mindset“, sagt er und legt weiterhin den Fokus auf eine „stabile Deckung und im Angriff intelligenter und abgeklärter über 60 Minuten zu agieren. Das sind die Hauptaugenmerke, mit denen wir die Klasse erhalten können.“
Ich traue ihnen den Klassenerhalt zu.
Timo Feistle, Sportlicher Leiter
Der Glaube an die Mannschaft geriet am Samstag nicht ins Wanken. „Ich traue ihnen den Klassenerhalt zu“, bestätigte Feistle. „Da fehlt aber noch ein Tick an Glaube und Mentalität, dass wir anders reingehen in die Spiele.“
Fakt ist, dass es für den Klassenerhalt in den letzten zehn Spielen auch Punkte gegen Mannschaften, die weiter oben stehen, braucht. „Das müssen wir uns zutrauen, dann schaffen wir das auch“, meinte Fischer und Weber blieb positiv, dass „Bonusspiele“ für die Allgäuer folgen werden.
Für die MTG Wangen spielten: Hölle, Wenzel (beide Tor); Fischer (2 Tore), Pentzlin (1), Weber (9), Tobehn, Schuster, Mücke (1), Dohrn, E. Mayer (3, 1 Siebenmeter/kein Tor), Natterer, Sellschopp, L. Maier (3), Kuhnt, Vonier (6, 3/2), Gapp (1).
Bericht: Susanne Backmeister (Schwäbische Zeitung)